Cloud-Wars: Die Konkurrenz in der digitalen Wolke

Geschrieben von Johannes - September 2011

Wer bisher nichts vom Begriff Cloud-Computing gehört hat, muss sich wahrscheinlich zurecht vorwerfen lassen, hinter dem Mond zu leben. Kaum ein anderer Begriff wurde in den letzten Monaten so strapaziert wie die Metapher von der digitalen Wolke. Auch für Smartphones und Tablets entstehen immer mehr nützliche Services, die die Cloud nutzen.
Es gibt eine Vielzahl von Anbietern, die an den Trend des Cloud Compting glauben und versuchen ihre Dienste auf dem mittlerweile umkämpften Markt zu etablieren.

Android-Dienste aus der Cloud

Die drei in Zukunft wahrscheinlich dominierenden Anbieter von Cloud-Services sind Google, Amazon und Apple. Apples bald startende iCloud wird nur auf Apples Geräten und Windows-Rechnern nutzbar sein und ist deshalb für Android-Nutzer kaum von Interesse.

Für Googles Musikdienst Google Music kann man derzeit in den USA die Beta-Version nutzen. Dazu muss man sich wie auch früher schon bei Gmail oder Google Voice eine Einladung zuschicken lassen. Google Music unterscheidet sich insofern von der Konkurrenz, als dass zunächst kein eigener Music Store vorhanden ist; man kann die eigene Musiksammlung hochladen und auf allen möglichen Geräten verfügbar machen.
Die online gesicherte Musik – für die 20GB kostenlos zur Verfügung stehen – kann so überall gestreamt werden. Dazu besitzt die Software eine Cache-Funktion, sodass kürzlich abgespielte Songs auf dem lokalen Speicher verfügbar sind und nicht erneut geladen werden müssen. Google Music wird auf Desktop-PCs und via Android App ausgeführt werden können.

Amazon kam der Konkurrenz zuvor und startete seinen Cloud-Drive zusammen mit Amazon MP3 und dem integrierten Cloud-Player bereits Anfang des Jahres. Amazon bietet 5GB kostenlosen Datenspeicher an, wobei im Amazon Store gekaufte Musik hier nicht angerechnet wird. Zusätzlichen Speicherplatz kann man sich gegen eine Gebühr (1US-Dollar pro 1GB) freischalten lassen. Außerdem werden bei Kauf eines Albums von Amazon.com zusätzliche 20GB für ein Jahr freigeschaltet. Amazons Cloud-Drive ist über den Browser und via Android App nutzbar. Zusätzlich startete Amazon die Web-App Cloud-Reader, mit der E-Books aus der Cloud gelesen werden können.

Diese neuen Angebote der Software- bzw. eCommerce-Riesen bedeuten massive Konkurrenz für kleinere Anbieter. Wie sich DropBox, SoundCloud, SugarSync, Wuala und SpiderOak im Kontext von Googles und Amazons Cloud-Diensten behaupten können, bleibt abzuwarten. Anzunehmen ist, dass hier die Ressourcen für 20GB kostenlosen Speicherplatz wahrscheinlich fehlen werden. Zu hoffen ist, dass sich diese kleineren Anbieter durch innovative Softwarefunktionen von der übermächtigen Konkurrenz abheben können.

Der obige Artikel ist ein Gastbeitrag vom Autor Adrian Vossmann von twago.

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